Walter Gropius, 1924
Als Marianne Brandt 1924 an das Bauhaus in Weimar kam, begann sie ihre Ausbildung in der von László Moholy-Nagy geleiteten Metallwerkstatt. Noch im selben Jahr entstand der Aschenbecher MB 23 E – einer ihrer frühesten Bauhaus-Entwürfe und ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie konsequent sie Funktion, Material und geometrische Form miteinander verband.
Der zylindrische Korpus und das bewegliche Deckelelement bilden eine ebenso einfache wie durchdachte Konstruktion. Durch leichtes Kippen des Deckels fällt die Asche in den darunterliegenden Behälter. Anschließend schließt sich die Öffnung wieder. Asche und Gerüche bleiben weitgehend im Inneren verborgen, die klare äußere Form des Objekts bleibt erhalten.
Marianne Brandt entwickelte damit eine funktionale Lösung, die später bei zahlreichen Aschenbechern aufgegriffen und variiert wurde. Was heute selbstverständlich erscheint, war 1924 eine ebenso moderne wie fortschrittliche Gestaltungsidee.
Der MB 23 E folgt der am Bauhaus entwickelten Vorstellung, Gebrauchsgegenstände aus einfachen geometrischen Grundformen aufzubauen. Zylinder, Kreis und die leicht gewölbte Fläche des Deckels bestimmen seine Gestaltung. Kein dekoratives Element lenkt von der Funktion ab. Dennoch wirkt der Aschenbecher keineswegs nüchtern: Die präzisen Proportionen und die Spiegelungen auf der polierten Oberfläche verleihen ihm eine beinahe skulpturale Präsenz.
Damit zeigt sich bereits in diesem frühen Entwurf jene gestalterische Haltung, die Marianne Brandts späteres Werk prägen sollte. Sie verstand Alltagsgegenstände nicht als beiläufige Dinge, sondern als sorgfältig gestaltete Bestandteile einer modernen Lebenswelt.
Historische Exemplare ihrer 1924 am Bauhaus entstandenen Aschenbecher befinden sich heute in bedeutenden Museumssammlungen – unter anderem im Museum of Modern Art in New York. Dort werden sie als wichtige Zeugnisse des modernen Produktdesigns bewahrt.
TECNOLUMEN fertigt den MB 23 E in poliertem Edelstahl. Das Material unterstreicht die Klarheit der Konstruktion und lässt das kompakte Gebrauchsobjekt zugleich wie ein kleines Designobjekt wirken. Auch mehr als 100 Jahre nach seiner Entstehung besitzt der Entwurf eine erstaunliche Selbstverständlichkeit und Modernität.
Design: Marianne Brandt, 1924
Material: Edelstahl, poliert
Walter Gropius zählt zu den einflussreichsten Architekten und Gestaltern des 20. Jahrhunderts. Als Gründer des Bauhauses prägte er ein neues Verständnis von Gestaltung: Architektur, Kunst, Handwerk und industrielle Fertigung sollten nicht getrennt voneinander gedacht werden, sondern gemeinsam eine zeitgemäße Lebenswelt formen.
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