Walter Gropius, 1927
Ende der 1920er-Jahre veränderte sich die Schreibtischleuchte grundlegend. Licht sollte nicht mehr nur vorhanden sein, sondern sich gezielt dorthin lenken lassen, wo es gebraucht wurde. Gestalter wie Christian Dell, Ferdinand Kramer, Marianne Brandt und Édouard-Wilfrid Buquet entwickelten bewegliche Leuchten, bei denen Gelenke, Drehpunkte und Reflektoren zu sichtbaren Bestandteilen der Gestaltung wurden.
In diesem Umfeld entstand um 1927 auch das historische Vorbild der SF 27. TECNOLUMEN entdeckte ein erhaltenes Exemplar in Schweden; sein Gestalter ist bis heute unbekannt. Auch die ursprüngliche Beschaffenheit der Oberflächen ließ sich nicht mehr eindeutig bestimmen. Für die Neuauflage entwickelte TECNOLUMEN deshalb eine Material- und Farbkomposition, die den konstruktiven Charakter der Leuchte unterstreicht: Stäbe und Fußplatte sind verchromt, der Reflektor ist schwarz lackiert. Die beweglichen Funktionspunkte stehen wahlweise in Messing oder Chrom dazu im Kontrast.
Die schlanke Konstruktion macht die Funktion der SF 27 unmittelbar sichtbar. Durch ihre verstellbaren Elemente lässt sich das Licht flexibel ausrichten – konzentriert auf dem Schreibtisch, als Leselicht oder als gezielter Lichtakzent auf einem Beistelltisch. Dabei wirkt die Leuchte technisch und zugleich ausgewogen: Der schwarze Reflektor gibt ihr optischen Halt, während die verchromten Stäbe dem Aufbau eine klare, beinahe zeichnerische Leichtigkeit verleihen.
So verbindet die SF 27 die sachliche Formensprache der klassischen Moderne mit einem bis heute überzeugenden Gebrauchswert. Ihre Konstruktion folgt keinem dekorativen Gedanken, sondern einer einfachen Idee: Gutes Licht muss sich dem Menschen und seiner Tätigkeit anpassen.
Jede Leuchte ist fortlaufend nummeriert und trägt das Signet TECNOLUMEN.
Empfohlenes Leuchtmittel: LED-Lampe 7 W, matt
Walter Gropius zählt zu den einflussreichsten Architekten und Gestaltern des 20. Jahrhunderts. Als Gründer des Bauhauses prägte er ein neues Verständnis von Gestaltung: Architektur, Kunst, Handwerk und industrielle Fertigung sollten nicht getrennt voneinander gedacht werden, sondern gemeinsam eine zeitgemäße Lebenswelt formen.
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